Jürgen Mertner erhielt die "Regine Hildebrandt" Medaille

RH-Medaille-200

Seit dem Jahr 2007 verleihen die AWO Landesverbände

Brandenburg und Berlin gemeinsam an Persönlichkeiten

die Regine-Hildebrandt-Medaille.


Die gemeinsamen Richtlinien für die Verleihung setzen dabei

folgende Schwerpunkte für die Ehrung:

• Verdienste um die Wohlfahrtspflege und die AWO

• Unterstützung benachteiligter Menschen

• Verteidigung der demokratischen Grundwerte und Einsatz gegen extremistische Gefahren

• Engagement im Sinne Regine Hildebrandts


Jürgen Mertner über sich

Nach der Wende dachte man noch, man könne den Sozialismus mit kapitalistischen Anstrich machen. Das klappt nicht, das lässt das Kapital nicht zu. Man mag heute zu Oskar Lafontaine stehen wie man will, er gehört nicht mehr zu meinen Freunden, aber als er 1990 unten in Leuna war und den Leuten sagte, dass das mal alles Brachland werden wird, da haben sie mit Eiern geschmissen. Während Herr Kohl (1983-1998 Bundeskanzler) gesagt hat, er kriegt das hin. Politik ist nur dann machbar, wenn sie dem Kapital nutzt. Alles andere klappt nicht, da kann man mir erzählen, was man will. Deshalb habe ich mich in all den Jahren nie um ein politisches Amt in der Landesregierung bemüht. Ich wollte nie dafür bezahlt werden, was ich denke. Ich wollte unkonventionell sein, ohne, dass ich angepasst sein muss. Selbst als Landtagsabgeordneter hat man es nicht so einfach. Dann schlagen sie einen das nächste Mal nicht mehr vor oder man ist auf Listenplatz 700. Da gibt es immer Tricks. Und darum kann man so was eigentlich nicht machen. Also ich jedenfalls nicht. Weil man sich ändern muss. Und ich hatte nie die Absicht.

Sicherlich habe ich immer versucht, alles mit psychologischem Kalkül wegzugeben. Man ändert sich ja nicht. Ich habe bei der Telekom 38 Jahre lang Problemanalyse gemacht. Man ist geformt, so ranzugehen. Man analysiert den Prozess und entscheidet dann. Dass es immer menschlich gefärbt ist, ist ja normal. Meine Frau sagt an der Stelle immer: „Du hast ja keine Familie gehabt, früher.“ Es ist halt so. Ich habe versucht, logisch zu entscheiden und so, wie es vor Ort funktioniert.

Man muss machbare Dinge machen, das andere geht ja eh nicht. Man kann Entscheidungen nach meinem Dafürhalten auch nur so fällen, aber es gibt Leute, die machen das emotional.

Auszugsweise entnommen dem "AWO-Bote" - 3/2011
Herausgeber: AWO Landesverband Brandenburg e.V.

Den vollständigen Artikel können Sie downloaden: http://www.awo-brandenburg.de/public/677138_Downloadbereich/?mx=001a4b4ed3863fc0841b9aad30127888

Bilder von der Veranstaltung

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